Betriebliche Gesundheitsförderung
 

Make the healthier choice the easier choice

Betriebliche Gesundheitsförderung ist schon lange kein Spielfeld altruistischer Unternehmer mehr. Betriebliche Gesundheitsförderung zahlt sich für Unternehmen auch in der Bilanz aus. Das eingesetzte Kapital in Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung kommt im Verhältnis 1:2,3 bis 1:5,9 (ROI) wieder ins Unternehmen zurück (Badura u.a. 2009).
Diese Ergebnisse werden vor allem durch Mehrkomponenten-Programme für Beschäftigungsgruppen mit hohem Gesundheitsrisiko erzielt. Daher ist es mit einer Einzelmaßnahme zur Rückenschulung nicht getan.
Betriebliche Gesundheitsförderung muss in ein umfassendes Konzept eingebettet werden.
Während der Arbeitsschutz bezüglich der physikalisch-chemischen Faktoren in den Betrieben meist umfassend integriert ist, liegen die neuen Anforderungen vor allem im Bereich der psychischen Belastungen (z.B. Stress am Arbeitsplatz).
Für Deutschland wird der Rahmend der Gefährdungsbeurteilung durch §5 Arbeitsschutzgesetz vorgegeben.

Betriebliche Gesundheitsförderung und Personalentwicklung

Gründe für eine intensive Beschäftigung mit betrieblicher Gesundheitsförderung sind:

  • die demographische Entwicklung - MitarbeiterInnen arbeiten länger, die Belegschaft wird im Schnitt älter (s.a. Productive Ageing)
  • die Sicherung des Unternehmensbestandes
    • Personalfluktuation
    • Krankenstände
    • Frühpensionierungen
  • die Arbeitszufriedenheit, Motivation und damit auch das Betriebsergebnis
  • das Betriebsklima und die Arbeitsbelastung

Auslöser für die Beschäftigung mit betrieblicher Gesundheitsförderung sind häufig Krankenstände und Fehlzeiten.

Was ist betriebliche Gesundheitsförderung

"Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) umfasst alle gemeinsamen Maßnahmen von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Gesellschaft zur Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz.

Dies kann durch eine Verknüpfung folgender Ansätze erreicht werden:
  • Verbesserung der Arbeitsorganisation und der Arbeitsbedingungen
  • Förderung einer aktiven Mitarbeiterbeteiligung
  • Stärkung persönlicher Kompetenzen"

(Lissabonner Erklärung zur Gesundheit am Arbeitsplatz in kleinen und mittleren Unternehmen - KMU (verabschiedet vom Europäischen Netzwerk betriebliche Gesundheitsförderung, Lissabon, 16. Juni 2001, Q.: netzwerk-bgf.at)

Ziele betrieblicher Gesundheitsförderung

"BGF trägt wesentlich zur Verbesserung der Gesundheit und des Wohlbefindens von Mitarbeitern und deren Familien bei. Durch die Erhöhung von Produktivität und Wirtschaftswachstum leistet sie auch einen Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg."

(Lissabonner Erklärung zur Gesundheit am Arbeitsplatz in kleinen und mittleren Unternehmen - KMU (verabschiedet vom Europäischen Netzwerk betriebliche Gesundheitsförderung, Lissabon, 16. Juni 2001, Q.: netzwerk-bgf.at)

Integriertes Konzept betrieblicher Gesundheitsförderung

Ein solches Konzept umfasst die folgenden Aspekte:

  • Einbindung in ganzheitliche Unternehmensstrategie
  • Qualitätskriterien
  • Qualitätssicherung
    • Struktur
    • Prozess
    • Ergebnis
  • Gesundheitsförderung = Organisationsentwicklung
  • Ziele!
  • Nachhaltigkeit durch Kontinuität

Erfolgsfaktoren betrieblicher Gesundheitsförderung

Dauerhaft erfolgreich sind Maßnahmen nur dann, wenn sie folgende Faktoren berücksichtigen und in das Konzept integrieren:

  • Integration in den Betriebsalltag
  • Interdisziplinäre und hierarchieübergreifende Zusammenarbeit
  • Ist-Analyse als Startpunkt
  • Operationalisierbare Ziele
  • Kontinuität und Ganzheitlichkeit
  • Offenheit und Partizipation
  • Zielgruppenorientierung und Stärkung persönlicher Gesundheitskompetenzen
  • Gesundheitsgerechte Arbeitsgestaltung
  • Nutzen für die Beschäftigten
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Qualitätssicherung und Evaluation
  • Effizienzorientierung

Maßnahmen betrieblicher Gesundheitsförderung

  • Führungsseminare
  • Gesundheitsbericht / Mitarbeiterbefragung
  • Gesundheitszirkel
  • Verhaltensprävention zielt auf die einzelnen MitarbeiterInnen (z.B. Seminare, Schulungen, Sport- und Bewegungsangebote, Einzelmaßnahmen wie Supervision und Coaching)
  • Verhältnisprävention zielt auf das "Setting", das Arbeitsumfeld (z.B. Ablauforganisation, Arbeitsplatzgestaltung, Unternehmenskultur, Organisationsentwicklung)
  • Aktivitätenkatalog

Projektschritte

Zusammengefasst sind die folgenden Projektschritte Bestandteil der betrieblichen Gesundheitsförderung:

Interessiert? Wir planen und führen mit Ihnen Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung durch. Für spezielle Gesundheitsthemen haben wir Netzwerkpartner, die für kompetente Durchführung sorgen. Auch wenn Sie bereits aktiv sind, wir erledigen gern die wissenschaftliche Begleitung für Sie:

Gehen wir ein Stück gemeinsam.....

Literaturtipps:
Badura u.a. (2009): Fehlzeiten Report 2008. Betriebliches Gesundheitsmanagement: Kosten und Nutzen. Springer 978-3-540-69212-6
Badura u.a. (2010): Fehlzeiten Report 2009. Arbeit und Psyche: Belastungen reduzieren - Wohlbefinden fördern. Springer 978-3-642-01077-4